Sommertage ohne Scham
- estellasawitzki
- 12. Aug. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Es ist Sommer. Die Sonne scheint, das Thermometer steigt – und eigentlich sollte das ein Grund sein, sich zu freuen. Aber vor meinem Treffen mit einer Freundin stand ich plötzlich vor meinem Kleiderschrank und spürte etwas, das ich schon lange nicht mehr so stark gefühlt hatte: Zweifel.
Ich hielt eine kurze Hose in der Hand. Ein luftiges Kleid. Ein Top mit dünnen Trägern. Und plötzlich hörte ich diese alte Stimme in meinem Kopf flüstern:
„Dein Körper ist nicht ideal. Deine Narben an den Armen. Die Dehnungsstreifen an den Oberschenkeln. Und was, wenn man nach dem Essen dein Foodbaby sieht?“
Es ist eine leise, aber gemeine Stimme. Eine Stimme, die genau weiß, wo sie treffen muss. Vielleicht kennst du sie auch. Vielleicht hast du selbst schon einmal gezögert, ein bestimmtes Kleidungsstück zu tragen, weil du dachtest, jemand könnte dich dafür verurteilen.
Aber weißt du was? Diese Stimme lügt. Sie lebt von falschen Bildern, von unrealistischen Erwartungen, die uns überall begegnen – in der Werbung, auf Social Media, manchmal sogar in unserem direkten Umfeld.
Narben erzählen Geschichten. Dehnungsstreifen sind wie Landkarten unseres Lebens. Ein Bauch, der sich nach dem Essen rundet, zeigt nur, dass wir uns genährt haben. Das alles ist normal. Das alles ist menschlich.
Ich trage, was mir gefällt. Nicht, weil ich perfekt aussehe – sondern weil ich es nicht muss.
Wenn du das hier liest und dich in diesen Gedanken wiederfindest, dann wünsche ich dir, dass du dich traust, deinen Körper zu zeigen, so wie er ist. Mit jeder Narbe, jeder Linie, jedem „Makel“, den andere vielleicht sehen – und den du selbst vielleicht zu lange als Fehler betrachtet hast. Du bist wunderschön, egal ob du Narben, Dehnungsstreifen oder einen gerundeten Bauch nach dem Essen hast.
Denn es ist Sommer. Die Sonne scheint. Und dein Körper hat das Recht, sich frei darin zu bewegen.



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